INHALT

Auf einen Blick

Weniger
Suchzeiten

Kürzere
Wege

Höhere
Produktivität

Weniger
Fehler

Bessere
Flächennutzung

Materialfluss optimieren – unnötige Wege, Wartezeiten und Umlagerungen im Lager reduzieren

Ein effizienter Materialfluss verbindet kurze Wege, klare Übergaben und transparente Informationen. Entscheidend ist nicht, Material schneller zu bewegen, sondern unnötige Bewegungen, Wartezeiten und Zwischenlagerungen systematisch zu vermeiden.

  • Wege reduzieren – Material möglichst direkt durch den Prozess führen
  • Wartezeiten senken – Engpässe und Stillstände an Schnittstellen erkennen
  • Umlagerungen vermeiden – zusätzliche Transporte und Zwischenlagerungen reduzieren
  • Puffer klar definieren – temporäre Flächen mit eindeutiger Funktion schaffen
  • Kennzahlen nutzen – Wege, Durchlaufzeiten und Umlagerungen messbar machen


STRUKTUR
SCHAFFT
EFFIZIENZ

Inhaltsverzeichnis

  • Grundlagen des Materialflusses
  • Typische Veerschwendung im Materialfluss
  • Schnittstellen und Übergaben
  • Materialfluss analysieren und messen
  • Kennzahlen für den Materialfluss
  • Materialflusszonen und Puffer richtig gestalten
  • Materialfluss und Lagerlayout
  • Automatieserung im Materialfluss
  • Praxisbeispiele und Einsparpotenziale
  • Vorgehensmodell zur Materialflussoptimierung
  • Fünf Fragen für die Praxis
  • Fazit

EINLEITUNG

Materialfluss optimieren – unnötige Wege, Wartezeiten und Umlagerungen im Lager reduzieren

Ein leistungsfähiger Materialfluss gehört zu den wichtigsten Grundlagen funktionierender Logistik.

Trotzdem wird er in vielen Unternehmen erst dann zum Thema, wenn bereits sichtbare Probleme auftreten: Aufträge stauen sich, Mitarbeiter warten auf Material, Stapler fahren unnötige Wege, Ware wird mehrfach umgelagert oder Flächen werden zunehmend mit Zwischenbeständen belegt.

Das eigentliche Problem ist dabei selten nur der Transport selbst.

Ein Materialfluss ist immer das Zusammenspiel aus:

  • physischer Bewegung
  • Information
  • Bestand
  • Priorisierung
  • Übergaben
  • Pufferflächen
  • Prozesszeiten
  • Verantwortlichkeiten

Ein Lager kann modern ausgestattet sein und trotzdem einen schlechten Materialfluss haben.

Ein WMS kann funktionieren, Scanner können eingesetzt werden und Flurförderzeuge können verfügbar sein – wenn Material unnötig oft bewegt wird, Schnittstellen schlecht organisiert sind oder Entscheidungen zu spät getroffen werden, entsteht trotzdem Verschwendung.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:

Wie bewegen wir Material schneller?

Sondern:

Wie vermeiden wir Bewegungen, die überhaupt nicht notwendig sind?

  1. Grundlagen des Materialflusses
Was Materialfluss eigentlich bedeutet

Materialfluss beschreibt die Bewegung von Materialien, Waren und Ladungsträgern durch einen Prozess.

In einem typischen Lager kann dieser beispielsweise so aussehen:
Wareneingang → Prüfung → Einlagerung → Lager → Kommissionierung → Bereitstellung → Versand

In einer Produktionslogistik zusätzlich:
Wareneingang → Lager → Supermarkt → Bereitstellung → Produktion → Rückführung

Auf den ersten Blick erscheint das einfach.
In der Realität entstehen zwischen diesen Punkten jedoch zahlreiche zusätzliche Bewegungen.

Beispiel:
Eine Palette wird angeliefert

    • Sie wird im Wareneingang abgestellt.
    • Danach zur Qualitätsprüfung gefahren.
    • Anschließend zurück in einen Zwischenbereich.
    • Später ins Hochregallager eingelagert.
    • Für einen Auftrag wieder ausgelagert.
    • In eine Bereitstellzone gestellt.
    • Noch einmal umgestellt, weil die Tourenreihenfolge geändert wurde.
    • Schließlich zum Versand gebracht.

    Aus einem eigentlich einfachen Materialfluss entstehen acht Bewegungen.

    Die zentrale Aufgabe der Materialflussoptimierung lautet daher:

    Physischer und systemischer Materialfluss

      Ein Materialfluss besteht aus zwei Ebenen.

      Physischer Materialfluss
      Das tatsächliche Material bewegt sich.

      Beispielsweise

      • Palette
      • KLT
      • Karton
      • Behälter
      • Einzelteil

      Systemischer Materialfluss
      Parallel dazu muss im ERP- oder WMS-System nachvollziehbar sein:

      • wo sich Material befindet
      • welchen Status es hat
      • wie viel vorhanden ist
      • welcher Auftrag betroffen ist
      • was als Nächstes passieren soll

      Diese beiden Ebenen müssen zusammenpassen.

      Ein typisches Problem:

      Die Palette wurde physisch bereits in die Bereitstellung gefahren, befindet sich systemisch aber noch im Lagerplatz.
      Für das System ist sie verfügbar.
      Für den Mitarbeiter am Lagerplatz ist sie verschwunden.

      Solche Differenzen führen zu:

      • Suchzeiten
      • Fehlbeständen
      • Doppelbuchungen
      • Nachbestellungen
      • Verzögerungen

      Eine gute Materialflusssteuerung verbindet deshalb: